Ursula Homberger

TON – ist für mich Entspannung, Zentrierung, Kreativität und Zufriedenheit

Meine Töpferkariere begann Mitte der neunziger Jahre in der Lillstreet Gallery in Chicago. Ich besuchte meinen ersten Drehkurs und es war um mich geschehen. Sofort zog mich die Materie Ton in seinen Bann und meine Liebe zur Töpferei entstand. So gut kann ich mich noch erinnern, als ich mein erstes selbstgedrehtes Schüsselchen (ziemlich dick und schief) voller Stolz nach Hause nehmen durfte. Ja, die Liebe zur Keramik hat mich bis heute nicht mehr losgelassen. So habe ich nach der Rückkehr von Chicago sofort eine Töpferei gesucht, um mein liebgewonnenes Hobby nicht aufgeben zu müssen. In der Töpferei zur Burg bei Meinrad Hollenstein in Uster töpfere ich nun seit mehr als 20 Jahre wöchentlich. Mittlerweile habe ich mir ein eigenes Atelier mit Töpferrad und Brennofen zu Hause eingerichtet. In meinem Atelier gestalte ich hauptsächlich Figuren und nicht-gedrehte Objekte, entwickle Glasuren und neue Ideen.

Meine Arbeiten führe ich mit unterschiedlichen Arbeitstechniken aus. Meine Werke erstelle ich je nach Wunsch als Designobjekt oder aber auch als Gebrauchsobjekt für den Alltag.  

Drehen: ich drehe die Schalen, Schüsseln und Vasen auf dem Rad frei oder in einer Gipsform. Diese Art der Technik gibt mir die Möglichkeit, klare, schlichte und regelmässige Formen zu kreieren. Der Glasurbrand findet je nach Ton zwischen 1150-1250 Grad im Elektroofen statt.

Klopfen: aus meinen von Hand geklopften Schalen entstehen einzigartige Designobjekte. Durch das Klopfen, dessen Stärke, Intensität und Dicke jedes Mal variiert, kreiere ich für jede Schale ihren eigenen Charakter und ihr spezielles Flair. Jede einzelne Schale klopfe ich in eine selbstentworfene, am Rad gedrehte Form und gebe ihr im lederharten Zustand auf dem Töpferrad je nach Idee und Vorstellung den letzten Dreh.

Skulpturen: die Inspiration zur Gestaltung meiner Tonskulpturen habe ich von überall her, Bilder, Zeichnungen, Filme, Bücher, Eindrücke von Reisen oder eigene Fantasien, die ich in Ton umsetze. Die Skulpturen brenne ich im Niederbrand bei 1040 Grad. Ich suche immer wieder neue Figurenthemen und freue mich schon auf meine nächste «Kollektion», die momentan in Arbeit ist.